Wir Richter werden sehr oft zu Ereignissen, Beschlüssen und Vorhaben im SV befragt, sind aber oft nicht in der Lage, vernünftig Auskunft zu geben, weil auch wir als "Zuchtverantwortliche" nicht umfassend informiert sind. Deswegen hier einige Anmerkungen zu aktuellen Themen.

Am 12.-13 Dezember war die Zuchtrichtertagung in Paderborn eine aktuelle Informationsquelle. Prof. Dr. Martin Fischer und Frau Dr. Karin Lilje stellten ihre Ergebnisse einer Bewegungsstudie dem staunenden Richterkollegium vor, welches nicht glauben wollte, dass die relativen Längenverhältnisse der einzelnen "Bewegungsknochen" des Schäferhundes bei der sog. Showline und den Leistungshunden nahezu gleich sein sollten. Gleiche Länge aller Oberarme, auch bei den "feindlichen" Leistungsböcken? Das durfte nicht sein. Man sollte halt den Machern einer Studie vorher mitteilen, was der Auftraggeber im Ergebnis gerne bewiesen haben möchte. Wichtigste Erkenntnis: Das lange, richtig gelagerte Schulterblatt ist entscheidend für die Schrittweite, nicht der Oberarm, nicht die Lage der Kruppe und Winkelung der Hinterhand.

Seht euch doch mal in der Dezemberzeitung 2009 die Bewegungsstudie Seite 885 an, ich finde die viel aussagekräftiger: Der rechte Unterschenkel der Führerin bewegt sich parallel zum linken Unterarm des Hundes aus der "Showline" und fußt punktgenau im gleichen Augenblick auf, während sich der rechte Unterarm des Hundes parallel zum linken Oberschenkel der bewegt oder so ähnlich ... ++++++ Herr Grube stellte die Änderung der Richterordnung und die angedachte Installation eines Richterehrenrates vor. Dieser könnte notwendige Verfahren gegen schwarze Schafe vereinfachen und beschleunigen. Komisch: Alle schwarzen Schafe aus den Richterkollegien haben sich schon in der Vergangenheit immer erfolgreich aus diesen Geschichten herausgeklagt und saßen nachher noch fester im Sattel als vorher. Das kann auch ein Ehrenrat ganz sicher nicht verhindern. Alle etablierten Richter wurden aufgefordert, die neuen Satzungsregeln für das ab dem 01.01.2010 geltende Richteramt auf Zeit freiwillig anzuerkennen. Der SV entscheidet dann alle 4 Jahre, welche Richter weitere 4 Jahre ihr Amt ausüben dürfen. Klar, dann ware ich bestimmt bald aufgeräumt und wer laut seine Meinung sagt, könnte ohne große Begründung eleminiert werden. Die totale Überwachung hat sich ja bereits für einige Kollegen offensichtlich voll ausgezahlt. Doch dazu später! Schuld an solchen idiotischen Beschlüssen sind unaufmerksame Delegierte, welche sich nach kurzer geschickter Ablenkung über den Tisch ziehen lassen. Wenn ich in der nächsten Delegiertenversammlung die Möglichkeit bekomme, meine LG zu vertreten, werde ich ganz sicher besser aufpassen! ++++ Herr Meyer belegte mit seiner Statistik, dass die Hunde der GHKL-R an der SHZS nun im Schnitt deutlich unter 65cm gemessen wurden, um anschließend klar zu machen, dass er ein neues Problem in unserer Zucht ausgemacht und auch schon an bestimmten Rüden festgemacht hat: Der viel zu lange Unterschenkel in einer überwinkelten, instabilen Hinterhand. Als Beweis diente eine von Videospezialisten geschickt erstellte Präsentation, in welcher anhand von Bewegungsaufnahmen bewiesen werden sollte, dass Hunde mit überwinkelter Hinterhand, weniger Kraft und Schub aus dieser entwickeln können. Dass bei den Momentaufnahmen der "Überwinkler" die Kletterwand deutlich steiler verstellt war, störte nicht wirklich. Alle Kollegen reagieren im Übrigen schon seit geraumer Zeit auf dieses Problem. Größere Probleme bekamen jetzt allerdings die Besitzer von Spitzenhunden der SHZS, welche nun missliebige Bilder eingereicht hatten. Sie schauten auf der neuen Highlight-CD in die Stadionrunden-Röhre. Ach ja, es muss halt jedes Jahr etwas Neues thematisiert werden, das verunsichert so schön und bringt auch noch die letzten verbliebenen Hobbyzüchter dazu, keine eigenen Zuchtvisionen mehr zu entwickeln. Was in der Zucht richtig und falsch ist, entscheidet nach wie vor ... das zuchtverantwortliche Richtergremium jedenfalls nicht!

Die Vorstellung der GHKL-Rüden war früher immer einer der Höhepunkte dieser Tagung. Und wenn dann Herr Orschler seine Analyse der Vererbung (Körstistik) aller VAs schonungslos offen und erstunlich objektiv darbot, konnte man im Saal eine Stecknadel fallen hören und jeder schrieb mit, was das Zeug hielt. Herr Meyer macht das Ganze doch deutlich weniger spannend, spricht gerne von zu erwartender Vererbungskraft aufgrund von ... und vergisst dabei aber nie, immer wieder sein Hassobjekt Zamp für alles Schlechte in der Zucht verantwortlich zu machen. Wir sagen in Bayern für:"Is ja scho gut" auch "Mensch Maier"!!

Gerade halte ich die Dezemberzeitung in den Händen und überlege angestrengt, was im Vorwort der Satz mit der "Toleranz in allen Bereichen" zu bedeuten hat. Herr Meyer sollte doch Ross und Reiter nennen, aber das könnte nach dem erfolgreichen Coup mit Javir vielleicht doch noch Stimmen im Leistungslager kosten und die werden ganz dringend benötigt. Aber er hat ja recht, ich kann aus rechtlichen Gründen auch nicht jeden beim Namen nennen, deswegen sag' ich's durch die Blume, dann kommt's nicht so bierernst rüber (wie's eigentlich gemeint ist?) - Alles Quatsch!

Herr Pierre Wahlström aus Schweden stellte seinen legendären, oben bereits angedeuteten Mentaltest vor. Über den Sinn des Ganzen und die Praktizierbarkeit will ich mir an dieser Stelle kein Urteil erlauben, ich staune nur und bin mir ganz sicher: Da rollt Backstage heimlich wieder eine neue Angriffswelle gegen die Kompetenz der Körmeister und wenn's dann beschlossen ist, will wieder keiner vorher was gewusst haben, wie in Kundus. Ich werde mich hüten, diese Methoden zu benennen, aber meine Gesinnungsfreunde wissen ganz genau was ich meine. Und nur für die wird diese Homepage geplegt. Wer hier nur draufklickt, um auszuspionieren, welchen falschen Satz ich geschrieben habe sei gesagt: Der Lauscher an der Wand, hört sei eigne Schand!

Pflegefall Schäferhund? > Pflegefall SV? Was ist nun richtig? Ich weiß es ganz genau, darf's euch aber hier nicht verraten.

Wichtige Themen wären für mich gewesen:

1. Wie steht der SV zum RSV 2000, wie sollen wir Richter damit umgehen? Den Verein gibt es offensichtlich nicht wirklich, er wird lieber einfach totgeschwiegen. Kann ich meinen Leuten ja so mitteilen.

2. Wann können die Langhaar in das System eingegliedert werden? Während einige nette Richterkollegen (die meisten sind richtig nett) gut gemeinte Vorschläge unterbreiteten, wie man den wartenden Mitgliedern eine Perspektive für dieses Jahr aufzeigen könnte, war dieses Thema für Herrn Meyer in einem Satz "für dieses Jahr erledigt".

3. Der dramatische Rückgang der Wurfeintragungen. Was sind die Ursachen? Ich weiß, dass es hierfür viele Gründe gibt. Vielleicht ist das ganze System krank, vieleicht sind auch wir Zuchtrichter nicht ganz unschuldig daran? Einige handeln vielleicht nach dem Grundsatz: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's einfach ungeniert. Der kleine Züchter fühlt sich ganz sicher vom Vorstand und seinen Gremien im Stich gelassen. Da sitzen aber auch meist keine kleinen Züchter. Alles wird undurchsichtiger und jedes Jahr komplizierter, von der Teuerung ganz zu schweigen. Der Vertrauenschwund an der Basis ist vielleicht größer, als wir uns das vorstellen können oder wollen. Wer kann sich denn noch eine Deckanzeige in der SV-Zeitung leisten? Und hast endlich ein gutes Bild, passt wieder alles nicht: Die Rute ist zu lang, ebenso jetzt der Unterschenkel, der Hintermittelfuß liegt auf, die Kaliumpermanganat-Farbe ist unnatürlich, die Oberlinie ungeschickt retuschiert, der Hund hat den falschen Besitzer ... sorry, nimm ich zurück, das geht denn doch zu weit und stimmt auch fast nicht.

4. Die Jugend findet den SV zunehmend unattraktiv. Kein Wunder! Stell dir du bist 16, besuchst die Übungsstunde einer Ortsgruppe und sucht einen Ansprechpartner. In den meisten Ortsgruppen dominieren doch grimmige alte Männer fast aus dem letzten Jahrhundert und wenn sie nicht ganz so alt sind, benehmen sie sich, als ob sie's doch wären. "Ey Alter, null Bock auf solche Grufties. Übungsstunde Sonntag um 9? Die ham sie nicht mer alle, da komm ich gerade erst heim, ein absolutes Nogo!" Vor den Hunden war ich im Brieftaubensport aktiv und sehr erfolgreich. Der Verein hieß: Nur kein Neid! Die gibt's auch nicht mehr. Heute las ich in der Zeitung, dass die Jugend in Spanien den Stierkämpfen fernbleibt, weil die Stiere verzüchtet sind: Viel Masse, wenig Klasse, will heißen auf massigen Körperbau gezüchtet und harmlos unbeweglich. Und? ... Herr Meyer hatte mit der Größe doch recht. Wir brauchen einen mittelgroßen, unmassigen schnellen Gebrauchshund, der alle die Vorzüge aufweist, welche dem Gebrauch dienen. Wie seh'n die denn dann aus? Welchem natürlichen Gebrauch dient eigentlich dieser wahnsinnig wichtige Vortritt? Wenn der Wolf in der Natur eines Tages eine Ausdauerprüfung absolvieren müsste oder ... was hat der den für 'nen Oberarm???

Ich schreib schon wieder zuviel, komm vom Thema ab und ins Grübeln, wie ich meinen Ausstellern erklären soll, dass die ganze Kritik an Oberarm und Kruppe eigentlich keine Bedeutung hat.

Ich habe jetzt so eine eigentümlich Sanftmut in mir??? Vielleicht sollte man nicht so viele Nächte zwischen seinen Ausführungen schlafen, das beeinflusst den Kampftrieb.

Noch ein Wort zum Schluss: Mir ist natürlich vollkommen klar, warum ich an "unserer" HZS nicht richten konnte, ich muss mich auf verantwortungsvollem Posten eben erst mal bewähren und bin schlichtweg unentbehrlich. Der Bösl wird uns auch fehlen, Mensch!

Eigentlich wollte ich mich ja an Weihnachten mit einer neuen Körung-Überwachungs-Videokamera beschenken lassen, aber die brauch ich ja jetzt nicht mehr. Erstens weiß ich jetzt sowieso, wer die übernächste JHKL-Rüden richten wird und ... zweitens kommt es oft ganz anders als so mancher denkt!

Übrigens habe ich auf meine frechen Kommentare unglaublich viel netten Zuspruch erfahren, dafür herzlichen Dank!

Jetzt werde ich mich auf meine Aufgaben zum Gelingen der SHZS in Nürnberg konzentrieren!

Viel Glück im Neuen Jahr!

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Meine Kommentare zu Kassel 2013

Auf meinem Weg nach Kassel wird sich noch einiges tun und was sich da so tut, werde ich meinen Freunden hier mitteilen.

Wie man sich ja denken kann, kommt es immer im Vorfeld der anstehenden Richterberufungen zu einem Austausch von Nettigkeiten derjenigen, welche ihre Richter für ihre Interessen durchsetzen möchten. Dass meine Berufung nicht bei allen Kollegen mit Wohlwollen aufgenommen werden würde ist schon nachvollziehbar, obwohl ich mit keinem Kollegen jemals eine ernsthafte oder bösartige Auseinandersetzung hatte. Habe ich auch genau so erwartet. Erwartet habe ich auch die ROK- Krawattendiskussion. Ich weiß natürlich, dass eine Krawatte Seriosität vermitteln soll, tut sie aber meistens nicht, sondern vermittelt den Sportfreunden eher das Gefühl, dass hier einer steht, welcher über sie richtet und nicht einer, der ihre Interessen vertritt. In der Geschäftswelt mag so ein Accessoire von Bedeutung sein, auf dem Sportplatz eher ein Zeichen von Abgehobenheit und Distanz, aber ich bin kein Geschäftsmann!! :) Aber daran soll es ja nun wirklich nicht scheitern! (Geschäftsmann oder Krawatte?) Naja, vielleicht bin ich in 3 Monaten froh über etwas mehr Distanz?!

Der obenstehende Link zum Belgier sorgt plötzlich für Aufregung. Jeder, der draufklickt weiß, was ihn erwartet und meine Homepage-Besucher sind mündige Sportfreunde. Das habe ich auch so erwartet.

Richtig interessant wird es aber, wenn mir ein Veranstalter mitteilt, dass er mich zu gerne als Richter verpflichtet hätte, aber ein Richterkollege meine kollegiale Mitarbeit nicht wünscht.

Na also, die alten Strukturen greifen doch noch. Klappt doch! Oder er hat einen Spaß in die falsche Kehle bekommen. Mein Gott, dieses humorlose Gezicke! Vor allem von den Menschen, denen ich nichts schuldig bin, weil sie noch nie etwas für mich tun mussten und denen ich eigentlich noch nie in die Quere kam. Namen nenne ich natürlich noch keine.

Die meisten Richterkollegen sind sehr nett, freuen sich für mich und gaben mir wohlwollende Ratschschläge für das, was noch auf mich zukommt. Ich habe Nürnberg zweimal hautnah erlebt, ich weiß genau wer wann wo wie und warum auf mich zukommt.

Keine Sorge, ich verliere meinen Humor schon nicht.

Kurz vor Lengede kann ich feststellen, dass es für mich bisher auf den zurückliegenden Schauen nur sehr klare Platzierungen gab, welche mir keinerlei Stress machten. Auch die Selbsteinschätzung ihrer Hunde durch die Aussteller war für mich sehr erfreulich. (Nach Lengede sehe ich das etwas anders). Die kannten die Fehler ihrer Hunde ganz genau, wer auch sonst weiß es besser. Wer die Fehler seiner Hunde selbst nicht "ein"-gesehen hat, muss sich diese halt von einem anderen Richter beschreiben lassen. Bedingt durch das bescheidene Wetter konnten viele hoffnungsvolle Hunde noch nicht ausgestellt werden, sie waren im Haarkleid einfach noch nicht so weit.

Sicher ist es nicht immer einfach, einem erfolgsgewohnten Züchter, Aussteller oder Richterkollegen klarzumachen, dass sein Hund eben nicht so hoch platziert werden kann wie er es gerne haben würde. Aber das ist ja nicht neu, das war schon auf normalen Schauen so. Ich verstehe auch manchmal die Verzweiflung ausländischer Aussteller, welche für zu viel Geld in Deutschland einen Hund gekauft haben, welcher dann die Erwartungen natürlich nicht erfüllen kann. (Lengede). Aber das ist halt mal so. Manche Aussteller versuchen, über Freunde und Bekannte oder Menschen, denen sie einen Einfluss auf mich zuschreiben, meine Urteilsfindung zu beeinflussen. Wenn das klappen würde, wäre ich schon längst kein Lehrer mehr, sondern würde mein Geld mit den Hunden verdienen. Der Versuch ist ja nicht schlimm. ;-)

Wer eine Chance auf eine Spitzenplatzierung im letzten Ring haben möchte, sollte mir den Hund wenigstens zweimal gezeigt haben. Ich werde mit Sicherheit nicht planlos nach Kassel fahren, aber einen vorgeplanten Sieger wird es ganz sicher auch nicht geben.

Vielleicht noch einmal der Hinweis darauf, was mir in einer Klasse von vielen qualitativ relativ ähnlichen Hunden wichtig ist: (Die folgenden Zeilen werden mir wahrscheinlich Stress bereiten ...)

An erster Stelle steht das Wesen und die Unbefangenheit, gefolgt von gesundheitlichen Kriterien wie HD, ED und mögliche Hinweise auf Erbrankheiten. Überwinkelung in der Hinterhand ist für mich noch schlimmer als wenn ein Hund hinten etwas eng tritt, aber auch das wird natürlich nicht so gerne gesehen. Ein langer, gut gelagerter Oberarm, welcher einen weiten (nicht hohen) Vortritt ermöglicht, ist mir ebenso wichtig. In der Größe werde ich den vorgegebenen Spielraum nutzen, wird dieser allerdings auch nur um einen halben Zentimeter überschritten, kann es keinerlei Zugeständnisse geben. Grenzwertig große Hunde werden unter den ersten 30 nicht zu finden sein, ebenso wie zu helle Hunde ohne Maske oder solche mit hellen Augen. Zugegeben, es macht sich gut, wenn ein Hund bereits eine Prüfung oder eine Ankörung vorzuweisen hat, aber unbedingte Voraussetzung kann es in dieser Klasse noch nicht sein. Naja, allzu gestreckte Hunde mag ich nun auch nicht so sehr.

Stress habe ich immer ein bisschen mit richtig guten Hunden vom Grabfeldgau, Hühnegrab und Grafenbrunn, weil einem durch die Ringhilfe vom Reinhard von bösen Zungen mit Sicherheit gleich wieder Kumpanei unterstellt wird. Aber genau genommen war das seit Zamp schon immer so.

Nochmal zur Klarstellung: "Der Dieterich" wird überhaupt keinen Hund in Kassel ausstellen, schon gar nicht einen, welcher in seinem Besitz, Mitbesitz oder mutmaßlichem Mitbesitz steht.

Kurzum, ich ziehe mein Ding durch, mache mich nicht selbst zum Idioten, um irgendwem einen Gefallen zu tun, und wenn die Siegerin der Josphine gehören würde, wäre mir das auch völlig egal, wenn die Hündin nach meiner Meinung die geeignetste Siegerin wäre. Also Josephine melde dich mal, ich hab da eine Graue über den Cid vom Schloss Veitenstein ... ;-)

Und noch was, Ergebnisse von Siegern in Kleinstklassen bei "Alles-V"-Richtern in Hintertupfing hinterlassen bei mir eher einen faden Beigeschmack. Kann man schon machen, man sollte damit aber nicht prahlen und versuchen, den Richter mit solchen ersten Plätzen zu beeindrucken.

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Soweit meine Einschätzung vor Lengede. In Lengede flog mir erstmal das Richterzelt um die Ohren, dann teilte mir ein Richterkollege ausführlich seine Sicht meiner Richtweise seiner Hündin mit, später wurde mir mit Meldung bei der Initiativgruppe gedroht, (Hündin ... Ausland verkauft ... siehe oben), kurzum, ich habe alles richtig gemacht. Trotzdem eine nette Veranstaltung.

Kalletal war eine tolle Veranstaltung: Klasse Organisation, interessante Hunde, viel Platz und gut gelaunte Aussteller. Highlight war für mich die präzise Wiki. Eine ordentliche Omen-Tochter gewann die Jugendklasse. Früh um 4°° aufstehen, um 1°° ins Bett, aufgebrannte Glatze, ich ahne, dass es nicht viel stressfreier wird, trotzdem alles richtig gemacht. :-)

Borken war für mich eine sehr angenehme Erfahrung, auch hinsichtlich Organisation und freundlicher Aufnahme. Die erwartete Hitze war nicht so schlimm, die Hunde gefielen mir um so besser. Eine schwarze Hündin, welche schon in Lengede die Jugendklasse gewonnen hatte, lief außer Konkurrenz mit. Es war die bisher stärkste Spitzengruppe zum Großteil mit Hunden, welche meinem persönlichen Geschmack entsprechen (dunkle Maske, dunkle Augen). Beeindruckt hat mich das sportlich faire Vorführen vom Kollegen Bernd Weber! ... zufriedene Heimfahrt, wieder alles richtig gemacht. :-)

Heute am Donnerstag vor Kronach muss ich feststellen, dass der Druck auf mich, wie erwartet, deutlich höher ist als im Vorfeld. Es kommt gerade genau so, wie mir vorhergesagt wurde. Anrufe von Ausstellern und Kollegen mit eingeschalteter Mithörtaste sind jetzt an der Tagesordnung.

Ach ja, da gab's noch die Schau in Nordhausen. Sie sollte die vorletzte Station auf dem Weg nach Kassel sein. Hier die fünfmal überarbeitete "Light-Version" meiner Sichtweise. Herr Gothe und sein Team haben eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt. Sehr gute Organisation, beste Verpflegung, lediglich das Wetter hätten sie etwas weniger schwül bestellen sollen, denn das schien einigen die Gehirnzellen zu überhitzen.

Zur Junghundeklasse bekam ich im Vorfeld ungewöhnlich viele Anrufe von wohlwollenden Experten, die mich warnten, dass jetzt die "Großen" ihre 2. Garde platzieren wollen und die Siegerin aus der Schweiz eigentlich dem Reinhard gehört. Nachdem schnell abgeklärt war, dass dem nicht so ist und die Hündin sicher nicht zur Siegerschau vorgestellt werden würde, erschien alles ganz easy.

Nach dem Stand war die besagte Hündin die schönste, also stellte ich sie erstmal vorne hin, mit der Absicht, die Siegerin von Kalletal später beim Antraben nach vorne zu stellen. Ring dann von hinten geordnet, verkleinert und nach vorne orientiert. Naja, die Feuermelder war ganz schön abgehaart, ich kannte sie nur in Topverfassung, wollte sie aber nicht unbedingt sofort dafür "bestrafen". Die Hündin dahinter schien gut vorne platziert, mal die schnelle Runde abwarten. Bevor ich als Richter eine sportliche Umstellung der Reihenfolge vornehmen konnte, versuchten einige "Sportsfreunde", deren Hündin ihrer Meinung nach vorher nicht gut genug platziert war, die Reihenfolge durch Pöbeln zu beeinflussen. Ich weiß ja genau, wer in welcher Reihenfolge daran beteiligt war, denn das gefiel den wenigsten Zuschauern und wer schreit, wird nicht nur gehört, sondern auch gesehen, ... und an den Lehrer gemeldet. Ich kam mir vor wie auf dem Fußballplatz und die sportlich faire Atmosphäre war für mich dahin. "Da simmer dabei ... das ist prima!" ... Die Leidtragenden waren eigentlich trotz Umstellung die nachfolgenden Hündinnen, vor allem die, welche ich unterm Jahr schon gesehen hatte ...!

Wieviel blinder Hass, Lagerdenken und gnadenloser Kampf um die europäischen und asiatischen Märkte auf solchen überregionalen Veranstaltungen zu Tage treten können, hat mich nicht wirklich überrascht. Haben Stern-TV, Spiegel & co. vielleicht doch Recht? ... O.K., hab auch nicht alles richtig gemacht und zu viel Ehrlichkeit und Fairness gerät halt manchmal in den falschen Gierschlund!!

Je länger die Vorbereitungsphase dauert, desto schwieriger wird es, an den "Lieblings-Stars" festzuhalten ... Scheiß Wetter, scheiß Haarung. Hab ihr echt das Gefühl ich werde jetzt etwas dünnhäutig und die kochen mich weich? Quatsch, ich werde meinen Humor schon nicht verlieren und wenn, steht der Albi doch bereit.

Ach ja, Hunde mit ED c und HD noch zuerkannt werden nach Absprache nicht unter den ersten 30 zu finden sein. Was ist mit Hunden aus dem Ausland, welche noch keine Zeit fanden, ihre Hunde auf ED und HD zu röntgen? >>> Sie sind nicht zu benachteiligen. Hä??? Und Hunde, welche unterm Jahr Wesensmängel offenbarten, sollten nicht mehr gebracht werden.

Ins Hauptstadion werden 30 Hunde geführt! Von den Erstplatzierten werden Haarproben genommen!

Die Richter der SHZS werden nachher zur Bedeutungslosigkeit verurteilt, juhu da kenn ich mich aus, vorher hat auch kein Hahn nach mir gekräht und ich mag nun mal keine Hähne. Ich habe 5 Hennen, die legen wenigstens Eier. (Der Lothar muss länger durchhalten, der muss nämlich seine zukunftsweisenden Neuerungen unters dankbare "Volk" und die "Haute Vole" bringen).

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Jetzt mal im Ernst:

Das Leben nach Kassel

beginnt damit, dass ich noch nicht mal in Bayern angekommen bin und mich schon die ersten entsetzten Anrufe erreichen, was bei Jan über mich als Verbrecher und Kindesmisshandler geschrieben wird. Macht euch aber erstmal keine Gedanken, mit Verbrechern kenn ich mich nach den letzten 4 Wochen sehr gut aus, mir geht es fast gut. In den nächsten Stunden/Tagen werde ich euch auf dem Laufenden und aktuellem Stand halten. Ich kann euch zu der Geschichte nur sagen, dass wahrscheinlich ein Strafverfahren gegen eine Person eingeleitet wird, welche unter verschiedenen Nicknames (Harald = Senta = Kerry = Wolfgang) auf Bloggen blinde einseitige Hasstiraden loslässt. Mein Anwalt ist bereits informiert.

Meine Vorwürfe: Mobbing über Wochen, üble Nachrede über Wochen, Verleumdung über Wochen, (Beamten-)Beleidigung und ...

Wer solche Lügen verbreitet, ist selbst der größte Verbrecher! Andere Verbrechen müssen erstmal nachgewiesen werden, dieses Verbrechen ist bereits dokumentiert und aktenkundig!

In meinen Ringen läuft immer alles sehr diszipliniert und geordnet ab, und wenn ich ein Herz für echte Kinder oder andersfarbige Hunde zeigte oder den kleinen Aussteller vor meinen erfolgsgewöhnten Richterkollegen stellte, fand das offensichtlich kein Anonymus gerecht und sportlich, war halt mal etwas anderes. Viel wichtiger war es Ihnen, verblendet vor Hass gegen Reinhard und alles was mit ihm in Zusammenhang gebracht werden kann, jeglichen Anstand mit Füßen zu treten, aber den SV verändern wollen!! Übrigens gibt es genügend Zeugen, darunter unseren Bundeszuchtwart und auch einen Polizeibeamten, dass der Ablauf des betreffenden Vorfalls vollkommen anders war und alle Dialoge anders geführt wurden. Völlig korrekt abgeliefert wurde von der hübschen und sehr netten jungen Frau keine Krankmeldung, sondern ganz korrekt ein Abmeldeformular, welches noch bei mir vorliegt.

Ich sehe gerade, dass Jan diese üble Geschichte gelöscht hat. Danke für deine Fairness Jan!!

Heute ist der 2. Tag nach Kassel. Ich hätte nie geglaubt, dass sich so viele Aussteller für das freundliche "Ausstellungsklima" im Ring und die erhaltene Platzierung bedanken. Nochmals hier an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an die Besitzer und Aussteller der Hündinnen meines letzten Ringes.

Ist das Richten in den Monaten vor der Siegerschau schon anstrengend genug, so ist dies Siegerschau selbst eigentlich richtige Knochenarbeit. Man ist unglaublich viel auf den Beinen, kann nie richtig abschalten, träumt nachts von Aufstellungen und abgehaarten Siegerinnen und von irgendwelchen Unwahrheiten, Verleumdungen und bösartigen Gerüchten, welche tagtäglich gezielt verbreitet werden.

Meine Richterkollegen haben sich sehr loyal verhalten, ich wurde wirklich von niemanden unter Druck gesetzt und die Siegerschau war in dieser Hinsicht wesentlich entspannter, als man mir prophezeit hatte. So richtig Stress bereitet haben mir eigentlich nur die verschiedenen Mittelsmänner großer Züchter, welche schon Wochen vorher die vorhergesehene Platzierung erfragen und manipulieren wollten. Das ging sogar so weit, dass Hunde, welche vielleicht nicht unter den letzten 30 platziert wurden, einfach nicht vorgestellt wurden und sogar Hunde, welche für die ersten 30 vorgesehen waren, einfach wegblieben. Bei mir gibt es keine gesetzten Hunde im Ring und jeder kann von jedem Platz aus, bei entsprechender Qualität, ganz nach vorne laufen, was ich in einigen Fällen auch praktiziert habe.

Vielleicht interessiert es euch, wie ich meine Vorbereitungen für die Siegerschau angegangen bin. Zu allererst habe ich mir viele Videos von vergangenen Siegerschauen angesehen, Zeitpläne, Abläufe und Kommentare meiner Richterkollegen verglichen. Von allen Hunden, die im Vorfeld der Siegerschau bei mir ausgestellt wurden, habe ich ein Bild gemacht und teilweise auch Videos gedreht. Alle Beschreibungen wurden zuhause am PC digitalisiert. Bei Bildern dieser Hunde im Internet konnte man natürlich feststellen, dass nahezu alle Bilder mit Photoshop bearbeitet waren. Es gibt immer wieder Leute, die die Qualität ihrer Hunde vollkommen falsch einschätzen. Hast du diese Hunde fotografiert, kannst du auch entsprechend argumentieren, um eine Bewertung zu untermauern. Inzwischen scheint es ja üblich zu sein, dass Aussteller bei den Richtern die Beschreibung des Hundes, alle Maße und die vorhergesehene Bewertung an der Siegerschau einfordern. Unglaublich aber wahr!

Dann kam in mir der Lehrer durch und ich habe ein Zeugnisprogramm als Excel Tabelle für ein Rankingsystem umfunktioniert, indem alle Hunde erfasst wurden, die in diesem Jahr in Deutschland ausgestellt wurden. Dass dabei der Prozentsatz in der Bewertung einer Hündin, welche bei mir auf einer Landesgruppenschau ausgestellt wurde am höchsten ist, könnt ihr sicher nachvollziehen. Die Urteile anderer Richter wurden nach Prozentsätzen ebenfalls berücksichtigt, abgestuft nach Ortsgruppenschauen und Landesgruppenschauen. Diese Tabelle wurde wöchentlich aktualisiert. So hatte ich jederzeit einen objektiven Überblick über die erzielten Ausstellungsergebnisse. Im Ausland erzielte Ausstellungsergebnisse waren darin nicht enthalten. Taktisches Ausstellungsverhalten wurde mit einer höheren Wertmessziffer "abgestraft". Wer also niemals auf einer ganz großen Landesgruppenschau ausgestellt wurde, konnte so niemals in die vorderen Rankingplätze gelangen. Die einheitlichen Vorgaben für alle Richter des Siegerschau habe ich rechtzeitig auf meiner Seite kommentiert und darauf hingewiesen, dass diese unbedingt einzuhalten seien. Trotzdem wurden an der Siegerschau etwa 50 Hündinnen vorgeführt, welche ich noch nie gesehen hatte. Das bedeutete besonderen Schreib-Stress, den meine Tochter Kristina trotz einer schweren Beinverletzung souverän bewältigte. Einige Hündinnen waren oft auf Landesgruppenschauen gemeldet, wurden aber nie vorgestellt. Anderen Richtern wurden sie taktisch vorgestellt, bei mir landeten sie zumeist in Ring drei, hatten aber dann dort die faire Chance, sich nach vorne zu arbeiten. Hier habe ich ja auch kräftig umgestellt.

Ich habe mich entschlossen, jeweils die Gruppe zwei und drei als Einheit laufen zu lassen und den Ring nicht zu teilen, weil das Richten so einfach gerechter ist, wobei man sagen muss, dass das Richten einer so großen Anzahl von Hunden in verschiedenen Gruppen niemals ganz gerecht sein kann. Das ist einfach so! Wenn man erlebt, welch großen finanziellen, zeitlichen und ideellen Aufwand die Aussteller mit ihren Familien betreiben, habe ich volles Verständnis dafür, wenn bei einer nicht erreichten Platzierung die Enttäuschung sehr groß ist und man den Platz nicht immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht verlassen kann. Das tut mir oft in der Seele weh und genau das ist auch der Grund, warum man manchmal mit blutleerem Gesicht und gedankenverloren an Freunden und Bekannten vorbeigeht, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Jetzt wo die Anspannung so langsam abfällt, möchte ich mich dafür entschuldigen, und auch bei den Ausstellerinnen und Ausstellern , welche von mir eine andere Bewertung für ihren Hund erwartet haben.

Ich bin eben nicht der mit "Persil gewaschene" eiskalte Richter und das ist gut so! Hätte ich aber nur auf mein Bauchgefühl geachtet, wäre meine Siegerin in diesem Jahr schwarz gewesen, das wäre vielleicht aber auch nicht ganz fair gewesen. Auslese kann eine Hündin dieser Qualität mit etwas Wohlwollen zumindest im Ausland jederzeit erreichen. Ich hatte in meinem Ring übrigens nicht nur die schönste schwarze Hündin der Welt, sondern auch den jüngsten Führer des Siegerschau, Martin Brauch.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch für die Fürsorge und die Umsicht meiner Helfer aus der OG Schweinfurt, meinem Freund Erwin Sperber, welcher jederzeit die Organisation im Griff hatte und mit viel Umsicht immer einen kühlen Kopf bewahrte, meiner Tochter Kristina, welche bei jedem neuen Hund geduldig und ohne Hektik alle Beschreibungen eingab, meiner Frau Elke, welche mit ihrer freundlichen Art auch hektische Situationen entschärfte und natürlich bei Reinhard, der immer alles abbekam, wenn Stress angesagt war. Er hatte es mit mir auch nicht leicht, denn als Lehrer habe ich es über 40 Jahre immer so gehalten, dass mich niemand in meiner Urteilsfindung beeinflussen kann, sonst hätte ich im Beruf und als Richter meinen Job völlig verfehlt. Apropos Job, wenn man als Siegerschau-Richter vier Wochen vor der Veranstaltung seinem Beruf nachgehen müsste, wäre das ein Ding der Unmöglichkeit. Man sitzt 10 Stunden am Tag am PC und recherchiert, erstellt Leerlisten, überprüft sein Bewertungssystem auf Objektivität, und muss auch mental auf das Schlimmste vorbereitet sein. Ein Ring aus 50 Hunden am letzten Tag lässt sich nur verwirklichen, wenn ich aus Gruppe 2 des Vortages einige Hunde mit hinübernehme in Gruppe 1, denn ich weiß ja nie, wem eine Platzierung unter den ersten 50 Hunden zu wenig ist und wie oben erwähnt überhaupt nicht kommt! Diesen Hunden wünsche ich natürlich im nächsten Jahr in der Auslesegruppe viel Glück! Neue Richter, neues Glück!

So, ich lese soeben, dass Frau Martina Anastasi bei Jan die Sache aufgeklärt hat. Vielen Dank dafür! Und Marico bleibt weiterhin eine Spitzenhündin!

Am Tag 5 nach Kassel lese ich schon wieder meinen Namen, wieder verbunden mit mutmaßlichen Platzierungen. Meine Aufrufliste hat außer meiner Tochter garantiert doch keiner gesehen!?

Im Fall Marico hat offensichtlich jemand versucht, aus einer mutmaßlich hohen Platzierung Kapital zu schlagen, ohne dabei zu berücksichtigen, dass HD 3 überhaupt keine Einreihung unter die ersten 30 zulässt. Also kann die ganze Geschichte so schon gar nicht stimmen und auch die angedachte Platzierung war - auch objektiv gesehen - völlig korrekt!

Nachdem ich den Beitrag von Holger auf Bloggen gelesen hatte, wunderte mich schon etwas, dass ein Platz im ersten Drittel in Borken zu der Annahme beflügelt, unter die besten 10 der Siegerschau kommen zu müssen. Hätte aber doch sein können, wenn ich die betreffende Hündin besser vorbereitet erstmal im Ring gesehen hätte. So ist es halt im Sport! Man muss auch nicht krankmelden, abmelden würde genügen.

Ich habe alle Hunde im Vorfeld fotografiert und gefilmt und möchte dieses Material zu meiner Rechtfertigung eigentlich nicht veröffentlichen müssen!

Noch etwas war sehr erstaunlich: Genau die Menschen, welche dich im Vorfeld der Siegerschau zu korrumpieren versuchen, sind bei Ablehnung des Ansinnens auch diejenigen, welche dich hinterher verfluchen, vor allem aber ihre Hunde völlig falsch einschätzen. Die Konkurrenzhunde in der Klasse sind eh nur Schiffe, Hyänen und G-Böcke und ich selbst ... ein Richter, der sein ROK-Gesicht (ROK = Richter ohne Krawatte) verloren hat und bei den Krawattenträgern angekommen ist, allerdings mit einem neuen Style, denn das Hemd muss jetzt nicht mehr in der Hose getragen werden. Dass nachgetreten wird, damit muss man einfach rechnen, wenn man in der Öffentlichkeit steht.

Richtig gefreut haben mich die positiven Anrufe meiner Zuchtrichterkollegen und vieler Aussteller aus dem Ausland. Das macht mich manchmal schon etwas verlegen, weil ich die Zugehörigkeit der Hunde im Moment des Richtens vollkommen ausblende und am Ende gar nicht mehr weiß, wessen Hund auf welchem Platz gelandet ist. Manche "Freunde" habe ich erwartungsgemäß verloren, aber die können ihre Hunde jeden Sonntag bei einem anderen wohlwollenden Richter ausstellen und wenn man sich das ganze Jahr über selbst bescheißt, hat man für die Siegerschau die richtigen Trainingseinheiten absolviert.

Die Siegerschau war für mich insgesamt trotzdem ein ganz tolles Erlebnis!

Heute, am 08.02.2014 sehe das Ganze mit der gewohnten Lockerheit, völlig entkrampft und Einiges habe ich irgendwie schon völlig verdrängt. Ich hoffe trotzdem, dass diese Zeilen einigen zukünftigen Richterkollegen und interessierten SV-Freunden einen interessanten Einblick in dieses Nebelfeld gegeben haben und freue mich auf Nürnberg, wo ich jetzt das Geschehen mit ganz anderen Augen sehen und erleben werde. (Hoffentlich, denn mein rechtes Auge wird ohne schnelle Operation erblinden! = epiretinale Gliose). Aha, der Nitschke war also schon in Kassel auf einm Auge blind ... das erklärt alles ... Tusch!!!

Bis später,

Euer Dieter